Turn- und Sportverein Wernau 1897 e.V.
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04.03.2014

TSV Wernau investiert in die Sicherheit/Gesundheit

Von: Michael Matheis

Der TSV Wernau hat für sein Vereinsgelände Kehlenberg zwei Defibrillatoren angeschafft. Mit diesen Geräten sollen die Überlebenschancen im Falle eines Kreislaufstillstandes verbessert werden.


In Deutschland sterben jährlich mehr als 100 000 Menschen am plötzlichen Herztod. Das Risiko eines plötzlichen Herztods steigt mit zunehmendem Alter. In jüngeren Jahren sind Männer häufiger als Frauen betroffen, bei Menschen unter 40 Jahren ist ein plötzlicher Herztod jedoch insgesamt selten. Durch einige spektakuläre Todesfälle ist der plötzliche Herztod bei Sportlern in den vergangenen Jahren in den Blickpunkt geraten. Er lässt sich zum Großteil auf vorher nicht diagnostizierte Herzfehler und -erkrankungen zurückführen.

 

Der Herztod beruht auf den Folgen eines Kreislaufstillstandes, der dazu führt, dass lebenswichtige Organe wie Herzmuskel und Gehirn nicht ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt werden. Für den Herzmuskel und das Gehirn ist die kritische Zeitspanne, die diese Organe ohne Sauerstoff überleben können, nur sehr kurz, so dass die Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung des Blutkreislaufes innerhalb weniger Minuten überlebenswichtig ist. Meist ist es nicht ein völliger Stillstand des Herzens, der zum Kreislaufstillstand führt, sondern eine zu rasche Folge von Kontraktionen des Herzmuskels , das „Kammerflimmern“. Die Herzkammern sind dann nur unzureichend mit Blut gefüllt und es wird kaum Blut und damit Sauerstoff in den Kreislauf gepumpt.

 

Die Zeit vom Eintreten eines Kreislaufstillstandes bis zum Eintreffen von professionellen Rettungskräften ist in der Regel zu lange, als dass ein Mensch diese Zeit ohne funktionierenden Kreislauf überleben könnte. Daher sind die Hilfsmaßnahmen von Laienhelfern für das Überleben entscheidend. Herzdruckmassage ist dabei die wichtigste Maßnahme, nach 30 Herzdruckmassagestößen folgen 2 Atemzüge einer Mund-Mund oder Mund-Nase-Beatmung, dann wieder 30 Druckmassagen, und so weiter. Dies muss solange fortgeführt werden, bis Rettungspersonal eintrifft und die Ursache des Kreislaufstillstandes erkennen und beheben kann. Ist die Ursache ein Herzkammerflimmern, so wird dies durch Elektroschocks unterbrochen. Diese Schocks gibt ein Defibrillator ab. In vielen Großstädten befinden sich diese Geräte öffentlich zugänglich an Knotenpunkten wie Bahnhöfen, S-Bahnstationen …

 

Der TSV Wernau hat sich entschlossen Defibrillatoren anzuschaffen und diese auf den Kehlenberg festzuinstallieren. Seit Februar sind die Geräte installiert, wobei sich ein Gerät in der Vereinsgaststätte befindet und ein Weiteres im Sanitärbereich am Sportplatz 2.

Unsere Trainer und Trainerinnen haben im Herbst 2013 auf einem Erste-Hilfe-Kurs den Umgang mit einem Defibrillator gelernt und werden laufend auf weiteren Lehrgängen geschult. Zusätzlich haben wir eigene Kurse zum Einsatz von Defibrillatoren angeboten, die sehr zahlreich von unseren Mitgliedern besucht waren. In diesem Zusammenhang möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Dr. Haas für die Durchführung der Kurse bedanken. Mit diesen Maßnahmen hoffen wir, dass die Geräte im Notfall schon vor dem Eintreffen der Rettungskräfte eingesetzt werden können. Das Gerät erklärt sich durch Sprachansagen selbst und leitet seinen Benutzer bei der Handhabung. Der Defibrillator erkennt auch automatisch, ob und wann ein Elektroschock abgegeben werden muss, so dass eine irrtümliche Schockabgabe nicht möglich ist.

 

Bei der Herzsportgruppe sowie der Nordic Walking Gruppe für Herzsportpatienten wird mit diesem Thema bereits seit 20 Jahren gearbeitet. Die beiden Gruppen bzw. deren Übungsstunden werden von Dr. Haas bereut.

 

Der TSV Wernau hofft, dass die Geräte nie zum Einsatz kommen, aber die Vorstandsschaft hält die Anschaffung der Geräte für eine sinnvolle Maßnahme.