Turn- und Sportverein Wernau 1897 e.V.

Geschichte des Taekwondo

Die junge olympische Disziplin Taekwondo, blickt auf eine lange Tradition zurück.

Heimat des Taekwondo: Korea

Schon Wandgemälde aus der Koguryo-Dynastie, dem etwa um 37 v. Chr. gegründeten koreanischen Königreich, zeigen Kämpfer beim Ausführen von Kampftechniken, die noch heute gebräuchlich sind. Während seiner langen Geschichte nahm Taekwondo verschiedene Elemente der koreanischen Kultur auf. Vor allem Buddhistische und Taoistische Einflüsse - geistige Konzentration, Meditation, Respekt vor dem Meister oder älteren Schülern... - sind bis heute wirksam.
Taekwondo blieb von den Wechselfällen der Geschichte nicht verschont und wurde unter der japanischen Besatzung Koreas in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts sogar verboten. Viele Koreaner trainierten deshalb heimlich und Taekwondo wurde zum wichtigen Bestandteil der koreanischen Identität.
Nach dem zweiten Weltkrieg und der Teilung in Nord- und Südkorea, begann auch für Taekwondo ein geteiltes Zeitalter. In Nordkorea entwickelte sich unter General Choi das ITF (International Taekwondo Federation) System, in Südkorea unter Kim Un-Yong das WTF (World Taekwondo Federation) Taekwondo. 1971 wurde Taekwondo in Korea als Nationalsport anerkannt und 1973 wurde die WTF offiziell gegründet. Im selben Jahr fand in Seoul die erste Weltmeisterschaft Taekwondo statt.
Wurde bisher nur Wettkampftaekwondo auf Weltebene ausgetragen, so wird 2006 auch die erste, lange erwartete Weltmeisterschaft Formen stattfinden.

Erfolgreich etabliert: Taekwondo in Deutschland

1965 fand die erste Taekwondo Demonstration koreanischer Großmeister in Deutschland statt. Seither ist diese koreanische Kampfsportart in Deutschland fest etabliert: Bereits 1968 gab es die erste deutsche Meisterschaft. Auch an der ersten Taekwondo-Weltmeisterschaft 1973 nahm ein deutsches Team teil. Eine deutsche Damen-Mannschaft gibt es seit 1975. 1979

wurde die erste Weltmeisterschaft in Deutschland, in Sindelfingen, ausgetragen, damals wurde mit Rainer Müller auch der erste Deutsche Weltmeister.
1981 wurde die Deutsche Taekwondo Union (DTU) gegründet. Heute umfasst sie 16 Landesverbände bestehend aus 867 Vereinen und 59.908 Mitgliedern.
Besonders stolz ist die DTU auf die Austragung der 16. Weltmeisterschaft Taekwondo, die vom 24. - 28. September 2003 in Garmisch-Partenkirchen stattfand. Drei deutsche Sportler schafften es dort in die Medaillenränge: Faissal Ebnoutalib gewann Silber, Thucuc Pham und Erdal Aclanc Bronze.

Taekwondo olympisch

1981 wurde Taekwondo als olympische Disziplin anerkannt. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona wurde es als Demonstrationssportart ausgetragen. Bei der IOC-Sitzung 1994 in Paris wurde Taekwondo zur vollwertigen Olympischen Sportart erklärt - und endlich war es so weit: Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney erlebte Taekwondo seine olympische Premiere. Mit dabei waren drei Sportler aus Deutschland: Fadime Helvacioglu, Aziz Acharki und Faissal Ebnoutalib. Faissal Ebnoutalib konnte sich die Silbermedaille erkämpfen.

Weniger gut lief die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele 2004 in Athen. Weder beim Welt-Qualifikationsturnier in Paris noch beim europäischen Qualifikationsturnier in Baku konnte ein deutscher Spieler die Voraussetzungen für eine Olympiateilnahme erfüllen.

Starke Leistungen zeigten die deutschen Taekwondosportler dagegen in der anspruchsvollen Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele 2008. Die DTU konnte deshalb in Peking erstmals alle vier pro Nation möglichen Startplätze besetzen. Mit dem dreifachen Europameister Levent Tuncat, der amtierenden Europameisterin Sümeyye Gülec, Europameisterin und Militärweltmeisterin Helena Fromm sowie dem EM-Dritten und Ex-Militärweltmeister Daniel Manz war in Peking ein konkurrenzfähiges Team am Start. Gemeinsam mit den Bundestrainern Waldemar Helm und Markus Kohlöffel hatten sich die vier sorgfältig vorbereitet. Trotzdem blieben die deutschen Taekwondo-Sportler in Peking ohne Medaille. Die Hoffnungen der DTU richten sich nun auf London 2012. Da in Peking ein junges Team am Start war – mit einem Durchschnittsalter von knapp 20 Jahren das jüngste im deutschen Olympiaaufgebot – können sich auch die Teilnehmer von Peking Hoffnungen auf eine zweite Chance machen.

Text: Sibylle Maier, 25.08.2008