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Turn- und Sportverein Wernau 1897 e.V.
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02.09.2021

Rückblick: Kreisliga A

Zweites Spiel - Zweiter Sieg ... und was für einer....


 

TSV Wernau - TSV Oberensingen II 5:2 (0:2)

 

Direkt zur Anfangsphase der Saison stand auch schon die erste englische Woche vor der Tür. Nach dem Auftaktsieg am vergangenen Sonntag in Deizisau galt es für die Mannen von Trainer Harald Mangold zu Hause gegen den TSV Oberensingen II nur eine Marschroute zu verfolgen: den nächsten Sieg einfahren! Mit einem kleinen Augenzwinkern sprach man unter der Woche schon davon, die Tabellenführung festigen zu wollen. Bis auf die verhinderten Hanno Hügel und Alexander Huszta, die durch den aus der Quarantäne zurückgekehrten Fabian Klein ersetzt wurden, stand dem Coach der selbe Kader zur Verfügung wie schon zum Saisonauftakt.

 

Das Spiel begann fahrig aus Sicht unserer Wernauer. Hier und da schlich sich ein Stockfehler ein, man rutschte auf dem seifigen Geläuf weg und schaffte es kaum, den Ball über mehrere Stationen sauber und flach kursieren zu lassen. Die Gäste wirkten indes deutlich zielstrebiger und einfacher in ihrem Spiel. Zumeist fanden sie nach Balleroberung sehr schnell den Weg zum Wernauer Tor, übten sich vor allem in vielen vertikalen Spielzügen. Einer dieser Bälle in die Tiefe sollte - so hätte man meinen können - zur entscheidenden Situation des Spiels werden: der Oberensinger Spieler konnte von Nils Gelewski nur per Foul gestoppt werden. Unglücklicherweise als letzter Mann. Dem Schiedsrichter blieb kaum eine andere Wahl, als den Innenverteidiger vom Platz zu stellen (21.). In den darauffolgenden zehn Minuten kam es knüppeldick für die Heimmannschaft vom TSVW. Zuerst wurde eine Hereingabe aus halblinker Position nicht sauber verteidigt, dann lief man zu zehnt noch in einen blitzsauber ausgespielten Konter, bei dem auch Torhüter Lukas Zink zu spät aus dem Tor eilte. Das Resultat der erste Hälfte grenzte somit für unseren TSV an eine Vollkatastrophe: 0:2 Rückstand und zudem war man nur noch zu zehnt auf dem Feld.

 

Was in den zweiten 45 Minuten dann passierte, vermag sich selbst der erfahrenste Kreisliga-Optimist noch nicht erträumt haben. Eine Mannschaft, die nicht nur mit dem Rücken zur Wand stand, sondern schlichtweg totgeglaubt war, entfachte ein Feuer und erwachte elektrisierend zum Leben. Erst 9 Minuten war die zweite Spielhälfte alt, da hatte Steffen Keller durch zwei sehenswerte Distanzschüsse das Ergebnis bereits egalisiert (51. und 54.). Direkt war zu spüren, dass die Heimmannschaft auch ihre Zuschauer wieder für sich gewonnen hatte. Von den Gästen kam nur noch sehr wenig, der jungen Mannschaft war die Nervosität und das Unbehagen der Situation deutlichst anzumerken. Plätscherte das Spiel nun eine gute Viertelstunde vor sich hin, sollte das nur die Ruhe vor dem Sturm sein und der Startschuss für eine turbulente Schlussphase im Spiel unserer Wernauer. Zunächst war es der in Hälfte zwei überragende Philipp Skala, der nach Einwurf und Vorlage von Okan Aslan den Ball am herauseilenden Oberensinger Keeper vorbeilupfte und selbst auf den sonst so besonnenen Rängen des Sportplatzes für Extase sorgte - 3:2 (74.). Die Mannschaft spielte sich definitiv in einen Rausch. Von der Unterzahl auf dem Spielfeld war nichts zu erkennen - im Gegenteil! Selbst im Mittelfeld dominierte man und gab weiterhin keinen Zweikampf her. 7 Minuten später dann der Treffer, der das Unmögliche auf einmal zum Greifen nah erschienen ließ: aus halblinker Position gelingt es Okan Aslan, den Ball über den Torhüter hinweg im langen Eck zu versenken (81.). An dieser Stelle sollte definitiv auch das Spielglück erwähnt werden, welches sich unsere Mannschaft für die zweite Halbzeit aber auch ehrlich erarbeitet hatte. Dachte der Zuschauer am Spielfeldrand nun, er habe schon alles gesehen und sei bereits im falschen Film, setzte Yasin Bozkurt eine Minute nach seiner Einwechslung einen Schlusspunkt, der einen ohnehin schon magischen Abend auf dem Kehlenberg nochmals abrundete. Manchmal gibt es einfach Spieler, denen es völlig ausreicht, den Laufradius auf den Mittelkreis zu beschränken. Von dort nämlich gelang es dem Stürmer, den Ball über den zuvor aus dem Tor geeilten Torhüter hinweg in den Maschen zu versenken - ein unbeschreiblich emotionaler Moment (89.). Ohne erwähnenswerte Nachspielzeit ging dann ein Spiel zu Ende, über das man auf dem Wernauer Kehlenberg noch lange Zeit erzählen wird.

 

Wie soll man für ein solches Spiel zusammenfassende Worte finden. Selbst der sonst so um Fassung und Sachlichkeit bemühte Trainer Harald Mangold zeigte sich nach dem Spiel sprachlos. „Ich muss das nun auch erstmal sacken lassen“ ließ er die Mannschaft wissen. In der Tat ein unfassbar emotionaler Abend. Alles sprach gegen eine Mannschaft, die in Halbzeit zwei unglaublichen Charakter zeigte. Auch, dass man das Spiel drehte, aber vor allem die Art und Weise erfüllen die Verantwortlichen und Spieler auch heute noch mit Stolz. Dennoch gilt es nun, nicht nachzulassen und weiterhin an und mit den kommenden Aufgaben zu wachsen. Das für heute angesetzte Training wurde der Mannschaft übrigens erlassen!

 

Tore: 2x Steffen Keller, Okan Aslan, Philipp Skala, Yasin Bozkurt

 

Rote Karte: Nils Gelewski (21.)

 

Es spielten: Zink - Gelewski, Sigler (ab 46. Sahin), Weber, Skala, O.Aslan (ab 85. Corbacio), Keller, D.Blattner (ab 62. Denzinger), V.Aslan (ab 88. Bozkurt), Schnitt, Müller