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Turn- und Sportverein Wernau 1897 e.V.
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03.10.2021

Rückblick: Kreisliga A

Spannender Auswärtssieg in Denkendorf



TSV Denkendorf - TSV Wernau 3:4 (1:3)

 

Der eingefleischte Fußball-Stammtisch im Vereinsheim würde wohl von einem „richtungsweisenden Spiel“ oder gar einem „6-Punkte-Spiel“ sprechen, welches unsere Mannschaft am vergangenen Sonntag vor der Brust hatte. Tatsächlich ging es in Denkendorf aber schon ein wenig darum, den Anschluss an das obere Tabellendrittel mindestens zu halten und den zweitplatzierten Favoriten nicht weiter enteilen zu lassen. Die Voraussetzungen, die den Kader betrafen, besserten sich weiter. So konnte Trainer Harald Mangold den wiedergenesenen Pascal Schwinghammer zurück im prall gefüllten 18-Mann-Kader begrüßen. Nicht unwichtig für die Mannschaft, da mit Simon Theisohn und Peter Müller weiterhin zwei Innenverteidiger verletzungsbedingt fehlen.

 

Das Spiel im Denkendorfer Gottlob-Müller-Stadion begann ziemlich ausgeglichen und ohne besonders erwähnenswerte Torraumszenen. Die Gastgeber waren um Spielkontrolle bemüht, leisteten sich allerdings zu viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau, um unseren TSV Wernau nennenswert unter Druck zu setzen. Im Gegenteil: die zahlreichen Fehler des TSV Denkendorf sorgten immer wieder für attraktive Ballgewinne im Mittelfeld, die zu Beginn jedoch nicht konsequent zu Ende gespielt werden konnten. Dies änderte sich jedoch zeitnah: eine scharf und gut getimte Hereingabe von Dennis Lang aus dem rechten Halbfeld erreicht den einlaufenden Hanno Hügel, der denn ball technisch anspruchsvoll mit dem linken Außenrist im linken unteren Eck einschieben kann - 0:1 (16.)! Das Tor gab unserer Mannschaft Sicherheit und Mut und vor allem weiterhin den Glauben, am Matchplan festzuhalten. Nur drei Zeigerumdrehungen später klingelte es erneut im Denkendorfer Kasten: eine total ungefährliche Situation in der Wernauer Hälfte führt zu einem Befreiungsschlag, den die TSVD-Abwehr jedoch zu unterschätzen scheint. Der Ball rutscht durch, Okan Aslan läuft mit dem Ball alleine auf den Keeper zu und schiebt mit Übersicht rechts unten zum 0:2 ein (19.). Fortführend hatten die Gastgeber erstmal an dem Rückstand zu knabbern. Der Doppelschlag unserer Mannschaft zeigte Wirkung, wenngleich in dieser Partie definitiv noch nicht von einer Vorentscheidung oder Ähnlichem zu sprechen sein konnte. Ein weiteres Beispiel für den ungewohnten Auftritt des TSV Denkendorf gab die 27. Spielminute, in der ein gefährlicher Rückpass zum Torspieler in einen Eckball mündete, nach dem Yalcin Sahin das Tor per Kopf nur knapp verfehlte. Die letzten fünf Spielminuten in Halbzeit 1 hatten es dann nochmal in sich: Zunächst verletzte sich Yasin Bozkurt ohne Fremdeinwirkung am hinteren Oberschenkel und musste leider frühzeitig das Spielfeld verlassen (40.), dann machte Volkan den Aslan-Doppelpack perfekt! Einen erneut haarsträubenden Patzer im Aufbauspiel der Denkendorfer Hintermannschaft bestraft der dribbelstarke Flügelspieler eiskalt, indem er freistehend vor dem Keeper souverän zum 0:3 einschieben kann (43.). Die Freude über das erzielte Tor schien Volkan Aslan so zu übermannen, dass er sich beim Torjubel für einen Bauchrutscher entschied. Die blutige Nase, die er sich dabei zuzog, hinderte ihn natürlich nicht daran, weiterzuspielen. Damit hatte die erste Halbzeit allerdings noch kein Ende gefunden. Aus dem offenen Spiel heraus lief bei den Gastgebern bisher nur wenig zusammen. Ihren ersten Treffer sollten sie fast schon folgerichtig nach ruhendem Ball erzielen: ein Freistoß aus halblinker Position segelt in den Wernauer Strafraum, wo nur beiläufig verteidigt wird. Der Ball landet auf dem Fuß des Stürmers, der mit dem Pausenpfiff zum 1:3 verkürzen kann (49.).

 

In Halbzeit 2 startete Denkendorf- wie zu erwarten war - sehr druckvoll. Unsere Mannschaft hielt jedoch eindrucksvoll dagegen. Ein wirklich stark vorgetragener Konter über die rechte Seite sorgte dann für die nächsten Jubelszenen auf der Wernauer Bank: Philipp Skala bricht auf der Außenbahn durch und spielt einen glänzenden Ball in den Rückraum auf Volkan Aslan, der aus gut 16 Metern direkt in den rechten Winkel zum 1:4 vollstreckt (52.)! Eine unglaubliche Effizienz der Mangold-Truppe an diesem Tag. Dachte der Zuschauer im Stadion nun, das Spiel sei entschieden, sah er sich nur eine Minute später auf dem Holzweg: wieder kommt der TSV Denkendorf per Standardsituation zum Torerfolg, wieder mit einer ordentlichen Portion an Mithilfe aus der Hintermannschaft, die diesmal sogar für die direkte Torvorlage sorgte (53.). Nun war klar, dass die Partie noch einmal richtig Fahrt aufnehmen würde. Mit fortlaufender Zeit war es nun auch immer wieder Torspieler Lukas Zink, der mit einigen guten Paraden den Anschlusstreffer seitens der Heimmannschaft verhinderte. In der 69. Spielminute musste dann allerdings auch er sich ein drittes Mal geschlagen geben - erneut nach ruhendem Ball: ein leider unberechtigter Eckstoß wird schlussendlich per Kopf eingenickt. Dass die Partie nun emotionaler und auch hitziger wurde, liegt in der Natur der Sache. Der souveräne Schiedsrichter bekam nun etwas mehr zu tun, hatte die Partie aber stets unter Kontrolle, zumal trotz allem Ehrgeiz beider Teams nie unfair agiert wurde. Der Druck, der sich nun seitens des TSV Denkendorf aufbaute, war groß - Situationen der Entlastung wurden immer seltener. Dennoch gelang es dem Gastgeber nichtmehr, den absoluten Hochkaräter herauszuarbeiten. Ein weiterer Indiz für die Intensität im Spiel war zudem der Platzverweis für Hanno Hügel, der innerhalb der letzten regulären Spielminuten zwei Mal die Gelbe Karte sah und demnach nach harter, aber korrekter Entscheidung das Spielfeld verlassen musste (91.). In den vom Schiedsrichter angezeigten vier Minuten der Nachspielzeit schaffte es unsere Mannschaft dann aber auch dezimiert, die Führung über die Zeit zu bringen.

 

Ein extrem unterhaltsames, aber auch fehlerbehaftetes Spiel im Gottlob-Müller-Stadion ging zu Ende. Ein im Vergleich zur Vorwoche in seiner Effektivität vor dem Tor extrem verbesserter TSV Wernau darf nach den 90 Minuten wohl auch deswegen von einem verdienten Sieg sprechen, da man die erste Halbzeit deutlich für sich entschied und - ausgenommen von Standardsituationen - ein taktisch sehr diszipliniertes Auswärtsspiel absolvierte. Am kommenden Sonntag trifft man dann zu Hause auf dem Kehlenberg auf das kriselnden Kellerkinder, den SC Altbach, und wird versuchen, den nächsten Dreier einzufahren.

  

Tore:2x Volkan Aslan, Hanno Hügel, O.Aslan

 

Gelb-Rote Karte: Hanno Hügel (90.)

 

Es spielten: Zink - Gelewski, Sahin, Sigler, Weber, Skala (ab 79. Huszta), O.Aslan, V.Aslan (ab 73. Schnitt), Bozkurt (ab 40. Schwinghammer), Lang (ab 85. Keller), Hügel